Wie lernen die Schulkinder im Regenbogenhaus?

Wir nutzen folgende Lernstrategien:

  • Imitationslernen (Jüngere lernen von den älteren Kindern und den Erwachsenen)
  • Lernen mit Rücksicht auf neurobiologische Grundlagen
  • Prozessorientiertes Lernen
  • Lernphasen nach Piaget:
    • sensomotorisches Lernen (0-7 Jahre)
    • operatives Lernen (7-12)
    • formales Lernen (ca. ab 12)

Im Regenbogenhaus liegt der Schwerpunkt darauf, dass die Kinder gemäß ihrer neurobiologischen Entwicklungsstrukturen lernen können. Prozessorientiertes Lernen bildet dabei eine der Grundlagen – wir wollen die Kinder beim Lernen und Erfahren begleiten, statt sie in eine bestimmte Vorgabe einzupassen. Jedes Kind soll sein ganz persönliches Potential bestmöglich nutzen können, sein individueller Lernprozess steht dabei im Vordergrund.

Bei uns ist Lernen nicht mit einem Abschnitt im Lehrbuch, dem Läuten der Glocke oder einem Test beendet, nach dem alles wieder vergessen werden kann, sondern ein kontinuierlicher Prozess zur persönlichen Weiterentwicklung, der niemals endet und von außen nicht behindert wird. Kinder werden in unserer Gesellschaft oft noch immer so behandelt, als würden sie von Natur aus unwissend bleiben wollen und nur durch Zwang lernen. Doch Lernen ist ein natürlicher Prozess, den wir – wie Maria Montessori sagt – nur zulassen müssen. Die vorbereitete Umgebung dienst dabei als Grundlage für das “spielerische Lernen nebenbei“.

Die Entwicklung von sozialen Fähigkeiten wird behutsam begleitet. Die PädagogInnen unterstützen die Entwicklungsschritte der Kinder von der Herausbildung des Ichs über die Zusammenarbeit mit dem Du bis zur Zusammenarbeit in der SchülerInnengruppe (wir). Einen besonders Schwerpunkt legt das Haus auf die Ausbildung der Entscheidungsfähigkeit der Kinder, z.B.: “Ich entscheide mich heute für das Legespiel”. Ein damit verbundener Schritt im sozialen Lernen ist: “Und ich frage Jana, ob sie mit mir spielen will”. In ihrem eigenen Tempo wachsen die Kinder so in ihren eigenen Kompetenzen und in ihrem Selbstvertrauen.

In  den ersten sieben Lebensjahren werden die Kinder bei der Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten begleitet. In der Phase des operativen Lernens (ab 7 Jahren) können formales Lernen und das verpflichtende Gruppenangebot verstanden werden. Die beiden grundlegenden Hausgebote: “Ich tue niemandem weh”, und – nach getaner Arbeit – “ich räume wieder weg”, sind der Übungsboden für prozessorientiertes Lernen und das Lösen von Konflikten.

Basis der Atmosphäre im Haus ist eine bedingungslose Liebe zum Leben, ein Bejahen von Lernprozessen und das Ziel, in jedem Fall “dem Leben zu helfen” (Maria Montessori). Die Kinder haben die Sicherheit, geschützt zu sein und ernst genommen zu werden. Durch ständige Rückmeldungen der Gemeinschaft haben sie die Möglichkeit, für sich ihre eigenen Lebensstrategien zu suchen und zu finden. Sie lernen sich zu vertrauen, sich zu entscheiden, sich einzuschätzen und Konflikte auszutragen.

In der Praxis haben sich verpflichtende Kurse für die letzten beiden Schulstufen bewährt:

  • in der dritten Schulstufe der “Maler- und Anstreicherkurs” (Lesen, Schreiben, Zahlen)
  • in der vierten Schulstufe besuchen die SchülerInnen sogenannte “Crashkurse” in Deutsch, Mathematik und Englisch, welche sie für den weiteren Bildungsweg vorbereiten

Für alle Schulkinder gibt es zusätzlich folgende Angebote: Volunteer-Englisch, Musik, Sport und Theater.

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